Die Reifenlegende Road Star bekommt einen Bruder namens Blackarmada

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black-armada-detail-fgSo unscheinbar wie er lange Zeit durch die Lande gerollt ist, so unscheinbar ist auch sein Verwandter. Die letzte Generation der Road Star Reifen bekommt jetzt einen optischen Zwillingsbruder, der Blackarmada heißt.

Schon 2005 war das Skike Modell V05 erfolgreich mit dem Road Star ausgestattet. Gerade weil er zuverlässig war, wurde nicht viel über ihn geredet oder spekuliert. Neben dem Skike V05 rollten auch viele Cross-Skiroller und andere 6-Zoll Cross-Skates, wie der Powerslide Nordic Trainer auf diesem Reifen.
Die Pannenhäufigkeit war durch die besonders steifen Reifenflanken schon immer sehr gering und die Kilometerlaufleistung und damit Lebensdauer des Road Star Reifens war deutlich höher als bei vergleichbaren Reifen. Diese Stärken des Vorgängermodells weist der Nachfolger Blackarmada ebenfalls auf.
Aufgewertet wurden die technischen Eigenschaften durch eine neue europäische Reifenrezeptur, die eine größere Laufleistung bringen soll. Der Blackarmada reagiert, wie einst der Road Star, auch wenig empfindlich auf Fahren mit niedrigem Luftdruck und ist ein Tipp zum Fahren mit hoher Reifenbelastung, z.B. für schwere Fahrer. Ein Mindestdruck kann für das Fahren aber nur schwer angegeben werden. Umgekehrt ist der Blackarmada vom Hersteller bis 7,5 bar Betriebsluftdruck freigegeben – bisher ein Rekordwert für Cross-Skating Reifen.

Heute vor fast genau einem Jahr wurde beschlossen den Blackarmada zu kreieren, rund vier Monate später rollten die ersten Prototypen durch die deutschen Lande. Sie wurden unter sehr wechselhaften Konditionen von verschiedenen Fahrern getestet. Ein Normalfahrer ohne besondere Testaufgabe fuhr seit September 2009 pannenfrei 3200 km mit einem Satz Blackarmada Reifen. Ich selbst bin in dieser Zeit gute 2000 km gefahren, allerdings unter „verschärften“ Bedingungen. Die Aufgabe war es, den Reifen unter strapaziösen bis hochbelastenden Bedingungen „klein“ zu bekommen, ohne übertriebene Aktionen, aber durchaus mit Anwendungen, die fast jeder schon einmal kennen gelernt hat. Ich habe es in dieser Zeit nicht geschafft den Reifen „fertig zu machen“ und wenn man sich den Reifen nach 2000 km betrachtet, glaubt man fast, ich habe mich nicht wirklich bemüht meine Aufgabe zu erfüllen.

black-armada-nach_2000km

Dabei habe ich schon recht strapaziöse Dinge mit diesem Reifen angestellt. Fahren mit gefährlich verbrauchten Bremsbelägen oder mit Reifendrücken von 4,0 oder 11,0 bar. Relativ viele Bremsungen, nicht völlig unrealistisch aber in der Anzahl sicher mehr als doppelt so häufig als in der Praxis notwendig.

Kurz gesagt, der Reifen rollt immer noch quietschfidel und schient noch für einige hundert Kilometer gut zu sein.Für Vielfahrer, Tourenfahrer oder schwere Fahrer ist dieser Reifen also die Empfehlung schlechthin. Nichts ist unzerstörbar, aber auf den 11.000-Testkilometern aller Testfahrer gab es mit keinem dieser Blackarmada-Prototypen eine Panne. Daher ging der Reifen mit exakt diesen Eigenschaften in Serie und ist seit Ende Mai im ausgewählten Fachhandel erhältlich.

Interessant ist, dass dieser Reifen seinen Siegeszug in der Cross-Skating Szene eigentlich erst durch einige Zufälle antreten konnte und letzten Endes durch Lieferprobleme bei Konkurrenzprodukten so richtig populär wurde. Doch kaum jemand, der diesen Reifen einmal kennen gelernt hat, möchte danach noch auf ihn verzichten und das hat seine Gründe, wie wir selbst über einen längeren Zeitraum feststellen konnten.

black-armada-ba-test-nach-defektem-Bremsbelag

Fachleute erkennen am Blackarmada Merkmale und Eigenschaften wieder, die sonst nur im Kraftfahrzeugsektor zu finden sind: Empfohlene Laufrichtung, eine Ausrichtungsmarkierung sowie Traglastangaben und praxisgerechte Geschwindigkeitsfreigaben des Herstellers. Die Traglastangaben und Geschwindigkeitsfreigaben wurden speziell für die
ausgelieferten Reifen freigegeben, welche die Fehlprägung “max. 6,3 bar” auf der Seite tragen. Trotzdem sind diese Reifen für 7,5 bar Betriebssdruck geegnet und natürlich auch zugelassen. Der Blackarmada ist mit 191 Gramm, durch den höheren Materialeinsatz, recht schwer im Vergleich zur Konkurrenz und ist auch nicht perfekt, was den Rundlauf betrifft. Doch Ursache für eventuelle Schäden ist aber ein etwas unrunder Blackarmada Reifen kaum. Defekte durch echte Schäden im Material zeigen sich, wenn dann oft erst nach längerer harter Beanspruchung deutlich jenseits der 1000 km-Marke.

Der BLACKARMADA im Vergleich
Durch den hohen Reifenumsatz in der X-Skating-Werkstatt konnten wir sehr viele Reifen zum Vergleich heranziehen.
Eine Interessante Feststellung machten die Testfahrer des Blackarmada zunächst auf Grund des subjektiven Eindrucks: Je größer die Laufleistung des Reifens, desto geringer schien der Rollwiderstand zu werden. Und tatsächlich zeigte eine Messung, dass der Rollwiderstand bei Reifen jenseits von 1500 km Rollleistung um runde 6 bis 8 % geringer war. Dies ist nicht durch „Materialerweichung“ zu erklären sondern dadurch, dass die Gummidecke dünner wird und weniger innere Reibung verursacht. Außerdem runden sich die Profilkanten ab und verzahnen sich daher weniger mit dem Untergrund, was wiederum weniger Reibung verursacht. Ganz an die geringen Rollwiderstandwerte eines Skikereifens kommt der Blackarmada allerdings nicht heran. Trotzdem wird im Fahreindruck der Blackarmada,  scheinbar etwas gegensätzlich, als etwas ruppig, aber mit gutem Federungskomfort beschrieben. Während die Ruppigkeit vom mäßigen Rundlauf kommen mag, ist der Federungskomfort ein Verdienst der hochelastischen Gummimischung.
Der Blackarmada wird, wie sein älterer Bruder, der Road Star,
manchmal als schwer zu montieren bezeichnet. Zwar ist die leichte Montage eher eine Frage der Arbeitstechnik als der Kraft, aber der „stramme“ Sitz, des Reifens auf der Felge hat seinen Grund. Auch mit wenig Luftdruck um die 5 bar, verschiebt sich der Reifen auf der Felge nur selten und dadurch verursachte Schlaucheinrisse am Ventil, bleiben eher die Ausnahme. Bei Pannen mit Druckverlust ergeben sich dadurch, besonders in der Kombination mit den steifen Seitenflanken, gewisse Notlaufeigenschaften, die so manchen Sturz verhindern können.
Leichtgewichte unter den Cross-Skatern können auf dem Blackarmada durchaus ein gezieltes Kraftausdauertraining mit 4,0 bis 4,5 bar mit dem Blackarmada riskieren. Schwerere und richtig „schwere Jungs“ (oder Mädels) sollten es aber bei 5 bis 6 bar als Mindestdruck belassen.
Niedriger Luftdruck bringt aber nicht nur schwere und komfortable Rolleigenschaften mit sich, die Skates werden in der Kurve auch erheblich handlicher, so dass „rund“ gefahrene Kurven (ohne Umsetzen des Skates) mit relativ engen Radien möglich werden. Sehr hoher Druck senkt den Rollwiderstand, verbessert den Geradeauslauf und die Präzision des Fahrstils. Mit dem Blackarmada ist der Spielraum im Luftdruck erheblich größer geworden. Somit ist das Anwendungsgebiet ein recht großes und man könnte ihn als vielseitigen Reifen für jeden Einsatzzweck bezeichnen.

Euer X-Skating Team

(Frank Röder)

von Frank Roeder cross-skating.de

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