Medien-Test Teil 4 – Nordic Skaten Buch Lauf Dich fit mit Skikes
Nordic Skaten Buch – Lauf Dich fit mit Skikes

Nach Ankündigung des Buches Nordic Skaten von Raimund Hübner auf dem Skike-Symposoum in Essen im Oktober 2008 erschient das das Buch jetzt Februar 2009 aktuell beim Pietsch Verlag. Es gliedert sich in 15 Kapitel auf, die alle sehr reich bebildert sind.
Die Sportart wird bewusst als „Skiken“ also produktgebunden vorgestellt und auch die zentrale Platzierung der Produkte aus dem Hause Skike ist in dem Buch nicht zu übersehen. Der Untertitel „Lauf Dich fit mit Skikes“ verschweigt die Produktbindung ebenfalls nicht, was das Buch für den aufgeschlossenen Cross-Skater aber nicht uninteressanter macht.
Vorwort und Einleitung gestalten sich etwas zu lang. Danach kommt aber gleich der direkte Einstieg in die Entstehung des Sportgerätes Skike, der sich sehr spannend liest. Man wünscht sich diesen Teil dann aber etwas länger viel länger und es fehlen auch zwei Jahre der “mittleren Geschichte” des nämlich die beiden Jahre 2004 und 2005 in denen die Skikes in Deutschland im Markt eingeführt wurden.
Im zweiten Kapitel geht es um die Ausrüstung zum Skiken und die detaillierte Einstellung der Skikes. Endlich wird die sehr wichtige Einstellung der Skikes einmal genauer beschrieben. Unklar bleibt dem Leser aber, wie die ideale Position des Schuhs in Längsrichtung auf dem Skike aussieht, denn man findet drei unterschiedliche Hinweise in dem Buch. Andererseits erinnern viele Passagen inhaltlich sehr stark an die Newsletters dieses Portals, so dass ich dann den Eindruck nicht wirklich Neues zu lesen. In den Quellenangabe am Ende des Buchs, fand ich aber darauf keinen Hinweis.
Unangenehm fielen mir danach gleich mehrere nicht ganz korrekte Hinweise über Reifen, Luftdruck und Luftpumpen ins Auge. Hier hätte besser recherchiert werden können. Auch die Empfehlungen zur Stocklänge kann weder ich noch jemand aus meinem skikenden Bekanntenkreis teilen, denn sie erscheinen mit nicht ganz auf dem neuesten Stand zu sein. Ganz unterlassen hätte ich an Stelle des Autors die Behauptung, dass Leki Schlaufensysteme unter bestimmten Bedingungen sofort Schaden nehmen, was so auch nicht der Praxis entspricht. Auch andere Produktmarken werden im Buch schlecht dargestellt.
Sehr gut und wichtig ist die genau Einstellung des Skikes, was im Buch sehr umfangreich erwähnt wird. Warum aber der Schuh keine ausschlaggebende Komponente für den Halt auf dem Skike sein soll, das scheint unmittelbar dem davor Gesagten zu widersprechen.
Genial, weil sehr hilfreich, erfrischend kurz formuliert und selbstverständlich korrekt sind im nächsten Kapitel die Werkstatthinweise von Otto Eder, dem Erfinder der Skikes höchstpersönlich. Damit kann man etwas anfangen und fast jeder Skikebesitzer wird danach sofort einige Dinge an seinen Skikes besser einstellen wollen.
Danach folgt ein Kurzkapitel über eins-komma-fünf Textseiten die Skiken aus der Sicht einer Kardiologin beschreiben. Mir persönlich waren die Aussagen leider zu schematisch und allgemein, dass ich danach trainieren könnte.
Etwas umfangreicher, aber kaum spezifischer auf den Sport Skiking zurechtgeschnitten, ist das nachfolgende Kapitel das sich mit der Frage “Warum Skiken?” befasst. Die mitunter verblüffenden und im Detail sehr interessanten Aussagen, geben zwar eine sportmedizinische Grundlage, bei der ich aber leider nicht viel Spezielles über die Sportart „Skiken“ herauslesen konnte.
Nochmals etwas länger und auch interessanter, weil praxisnäher, ist das nachfolgende Kapitel, das sich mit den Trainingswirkungen des Skikens befasst. Das motiviert zum Einsteigen und Weitermachen.
Mit dem wichtigen Auf- und Abwärmen beschäftigt sich das kurze Kapitel danach.
Etwas verdutzt auf die Seitenzahlen schaute ich im Kapitel “Stretching”, das nur dreieinhalb bebilderte Seiten und nur eine halbe Textseite (= 22 Sätze) umfasst, nein es fehlten keine Seiten im Buch. Das war mir nicht nur eindeutig zu kurz, ich konnte als Sportlehrerin auch nur mit einem der vier Bilder etwas anfangen.
Doch dann, etwas nach der Hälfte des Buches, geht die Praxis los und schiebt den Leser quasi auf den Skikes voran. Auf zweieinhalb Seiten werden “Erste Übungen” beschrieben, dazu kommen noch wirklich amüsante Bilder. Skiken macht eben Spaß und das sieht man auch.
Im folgenden Kapitel werden auf zwei Textseiten weitere Tricks für Fortgeschrittene erklärt. Die professionellen Farbfotos werden dementsprechend spektakulärer.
Vielleicht das wichtigste Kapitel heißt “Bremsen” in zeigt auf knapp zwei Seiten, wie einfach Bremsen mit den Skikes sein kann.
Fast drei Seiten beschäftigen sich im Folgeartikel mit der Stocktechnik. Bilderreihen welche die Stocktechnik zeigen, wie in diesem Buch, sind auf den ersten Blick noch schwer verständlich, doch wer etwas länger und genauer hinschaut, muss bald dahinter kommen.
Danach folgt ein deutlich längeres Kapitel, dass sich mit den technischen und sportlichen Spielarten des Skikens befasst. Nicht umsonst heißt es auch “Freude am Fahren”, was man den abgebildeten Skikern deutlich ansieht.
Kapitel 13 beschreibt “Skiken aus der Sicht eines Sportwissenschaftlers” und ist leider wiederum sehr allgemein und theoretisch gehalten. Was die Aussagen besonders für das Skiken bedeuten kann ich nur schwer nachvollziehen.
Das inhaltlich letzte Kapitel beschreibt umfassend die Möglichkeiten der “Telemetrie” am Skiker. Puls- und GPS-Messungen sind das Thema, das auf dem aktuellen Stand abgehandelt wird. Ein Thema das natürlich einem steten Wandel unterzogen sein wird und dadurch immer spannend bleiben wird.
Doch ein allerletztes Kapitel folgt nach, das voll von Danksagungen an ein riesiges Heer an Mitarbeiter, Helfern, Freiwilligen und Sponsoren dieses Buches ist.
Irritierend sind in diesem Buch eine gewisse erhebliche Anzahl von vieldeutigen Aussagen und Widersprüchen. So läuft es beim Lesen nie wirklich längere Zeit rund.
Teilnehmer des Skike-Symposiums im Herbst 2008 in Essen werden in dem Buch auch einige der vorgetragenen Themen wiederentdecken.
Der Umfang des 128-seiten Buchs entspricht, als Text 64 überformatigen Seiten, was etwa 80 normalen Taschenbuchseiten entspricht, der Rest sind Bilder und Tabellen. Im Preis-Leistungs-Verhältnis schneidet das Buch auf Grund des relativ niedrigen Preises, recht gut ab.
Stärken: Buch bleibt Buch schneller Zugriff, gute Bildqualität, leicht und mobil. Übersichtliche Zusammefassung gesammelter Skike-Fakten.
Schwächen: Die Hintergründe der Aussagen scheinen nicht immer klar zu sein. Viele Texte und Aussagen wurden bereits an anderer Stelle (oft im Internet) getätigt und erscheinen nicht wirklich neu. Nicht jedem gefällt das Product-Placement.
Trotzdem ein interessantes Buch, dass man beim Verschenken von Skikes gleich mit ins Geschenkpaket tun kann.
Eignung für Anfänger: gut
Eignung für Fortgeschrittene: mit gewissen Einschränkungen
Eignung für Ambitionierte: weniger geeignet
Eignung für Trainer: weniger geeignet
Handhabung: sehr gut
Preis-Leistung: gut bis akzeptabel
Raimund Hübner, Pietsch Verlag, ISBN 978 -3-613-50593-3, knapp 15 Euro
A. Bena
von Redaktion cross-skating.com
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