Cross-Skating und Skiken in der dunklen Jahreszeit 11. Dezember 2008
Cross-Skating und Skiken in der dunklen Jahreszeit
Cross-Skating ist eine Ganzjahrssportart, mit Ausnahme der Zeit wenn eine geschlossene Schnee- und Eisdecke den Boden bedeckt. In den Niederungen Mitteleuropas bedeutet dies mehr als 11 Monate im Jahr gute Bedingungen zum Ausüben unserer Sportart.
Die dunkle Jahreszeit (im Folgenden, etwas unkorrekt einfach „Winter“ genannt) konfrontiert den aktiven Skiker und Cross-Skater mit gewissen Problem:
- es ist kälter und häufig windiger
- es ist länger dunkel
- die Sicht ist oft auch tagsüber schlechter
- andere Verkehrsteilnehmer sehen die Nordic-Skater schlechter und reagieren oft allgemein intoleranter auf andere Verkehrsteilnehmer
- man ist häufiger Nässe und Schmutz aufgesetzt
- die Bodenhaftung ist im Durchschnitt etwas schlechter
- verschmutzte oder nasse Bremsen sprechen eventuell schlechter oder später an
- Kleidung und Schuhe trocken oft kaum bis zur nächsten Trainingseinheit
- Wenn man aufgeweichte Weg in der Natur meiden muss, begegnet man häufiger Gullideckeln, Betonwegen und Wegplatten.
Diese Punkte sind alle zu berücksichtigen und können aber mit einigen Tricks & Kniffen ganz erheblich entschärft werden.
Grundsätzlich sollte man sich in der Dunkelheit Helmpflicht auferlegen. Ein möglichst heller Helm mit Reflektoren kann eine gute Investition für den Winter sein. Wer sich tagsüber durch seine eigenen „Fahrkünste“ sicher fühlen mag, ist nachts oft daraus angewiesen seine Wege mit anderen Verkehrsteilnehmern zu teilen und ist schon allein dadurch einem höheren Unfallrisiko ausgesetzt. Fahrkönnen hin oder her im Dunkeln stürzt man darüber hinaus leider auch häufiger als im Hellen.
Kälte und Wind
Logisch ist natürlich sich „dicker“ anzuziehen. Die Beweglichkeit und die Schweißabgabe dürfen dabei aber nicht wesentlich beeinträchtigt werden. Generell ist das „Zwiebelprinzip“ zu empfehlen, das bedeutet sich in mehreren nicht zu dicken Schichten einkleiden.
Auf der Haut benötig man Unterwäsche welche den Schweiß gut abtransportiert, ohne sich voll zu saugen, damit man nicht auskühlt. Die folgenden ein bis zwei Schichten müssen prinzipiell eine ähnliche Funktion erfüllen, dürfen aber nicht zu dick auftragen und müssen alle ähnlich geschnitten sein, damit man beweglich bleibt . Die Außenschicht sollte aus sehr feinmaschigem Gewebe und dadurch windabweisend sein. Oft ist die Oberbekleidung das Teuerste am textilen Outfit, besonders wenn man Kleidung trägt, die regendichte Klimamembranen (meistens mit „TEX“ im Namen) enthalten. Bisher kann aber keine Klimamembran so viel Wasserdampf (durch die Schweißverdunstung) durchlassen wie eine leichte Windjacke, die dann aber bestenfalls etwas wasserabweisend ist. Bei intensivem Training im Regen steht man also von dem Dilemma, dass zwar der Regen draußen bleibt, aber durch eine Klimamembran kein Schweiß in größeren Mengen hindurch verdunsten kann
Kalte Hände kann man mit Skilanglaufhandschuhen vermeiden und einem kalten Kopf beugt man mit einem dünnen Funktionskopftuch unter dem Helm vor.
Dunkelheit
Ein Problem, nämlich das der schlechteren Sichtbarkeit kann man durch „Passivbeleuchtung“ lösen, d.h. man bevorzugt helle Kleidung, möglichst mit integrierten Reflektoren. Trotzdem sollte man zur passiven Sicherheit auch Beleuchtung am Körper tragen. Kleine LED-Blinklichter kosten wenig und sollten schon in der Dämmerung an Gürtel, Rucksack oder Jacke befestigt werden. Eine weiße Lampe mit Abstrahlrichtung nach vorne macht den Cross-Skater eindeutiger als Verkehrsteilnehmer erkennbar. Zusätzliche Reflexfolien an den Stöcken fallen zusätzlich ins Auge. Wer darüber hinaus mehr sehen möchte, braucht eine gute Lampe, die fest am Gürtel oder am Helm befestigt werden sollte. Über gute Lampen wurde schon viel geredet und die neue LED-Technik lässt im Vergleich zu früher die reinste Mitternachtssonne aufgehen. Wer sich informieren möchte, findet in unserem Forum viele Hinweise (http://forum.cross-skating.com/) .Billige Lampen sind zwar noch ganz nett in der Stadt und auf guten Wegen. Im Gelände benötig man wirklich gute Lampen. Aber Vorsicht, die Sicht, besonders das räumliche Sehen und das Bewegungssehen, kann auch mit den besten Lampen nicht die Qualität bei Tageslicht erreichen.
Gründe sind die Lichtrichtung (fast genau aus Richtung des Auges), die unnatürliche Lichtfarbe und die Ausleuchtung des Gesichtsfeldes. Dadurch ermüdet das Sehen bei diese Beleuchtung auch deutlich mehr. Wenn die Lampe am Gürtel oder sehr hoch am Helm befestigt ist, wird die Wahrnehmung durch den stärkeren Schattenwurf etwas plastischer.
Andere Verkehrsteilnehmer
Man sollt am besten zunächst davon ausgehen, dass man schlecht oder gar nicht gesehen wird, dann sich die eigenen Sicherheitsreserven am größten. Sinnvoll ist es auch, verkehrsreiche Strecken zu vermeiden, das gilt besonders in Dunkeln bei Gegenverkehr. Denn mancher tagsüber flotte Radweg wird nachts durch die Blendung des Gegenverkehrs zum „Schleichweg“. Viel besser als tagsüber sind an Feiertagen und nach Feierabend Industrie- und Gewebegebiete zu befahren.
Schmutz und Nässe
Schutz vor Spritzwasser können vor allem Schutzbleche bieten. Eng anliegende Schutzbleche an Skates, wie beispielsweise von Skike, neigen im Schlamm leider dazu sich festzusetzen. Auch bei Verwendung von dickeren Reifen kann der Vortrieb durch schleifende Schutzbleche gehemmt werden. Momentan kann man daher sagen – auf der Straße Schutzbleche ja, im Gelände Schutzbleche nein.
Bodenhaftung und Bremsengrip
Auf festen Untergrund reicht die Bodenhaftung auch bei Nässe meistens immer noch zum sicheren Fahren. Gefährlich ist bei Nässe plötzliches Wegrutschen auf weißen Fahrbahnmarkierungen, auf glattem Metall und auf einzelnen größeren Blättern. An die leichte Verzögerung beim Bremsen kann man sich gewöhnen und es ist ratsam bei Nässe immer wieder kurz zu bremsen, damit man veränderte Bedingungen an der Bremse einschätzen kann.
Kleidung, besonders Schuhe, trocknen schlecht
Ideal wären natürlich mehrere Kleidungstücke der selben Art zum Wechseln, was zwar indirekt für preisgünstigere Kleidung spricht, damit man sich mehrere Bekleidungs-Sets leisten kann. Die kürzere Haltbarkeit dieses Textilien wiederspricht dem andererseits. Auch bei den Schuhen wird es kaum ohne ein zweiten Paar gehen. Kleiner Trost: Oft motiviert gute Sportkleidung zum regelmäßigeren Training.
Ein gutes Kleidungsmanagement (die Kleidung ist ja auch viel häufiger als sonst in der Wäsche) muss durchführt werden, damit Trainingsausfahrten nicht am Kleidungsmangel scheitern. Wer nur ein Paar Schuhe zum Cross-Skating besitzt, sollte ich einen elektrischen Schuhtrockner besorgen.
Andere Auswahl der Wege
Man sollte es sich technisch leicht machen, wenn man im Dunkeln fährt und deswegen leichtere Wege wählen. Und auch dann gilt es trotzdem immer die volle Konzentration ununterbrochen aufrecht zu erhalten. Gullideckel und Kanten im Straßenbelag werden schlechter wahrgenommen, sind aber so gefährlich wie eh und je. Gegen das Steckenbleiben der Stockspitzen zwischen Wegplatten (Verbundpflaster) kann man Pads auf die Stöcke ziehen, welche die Spitzen halb abdecken und dies überwiegend verhindern
Alles in allem kämpfen wir mit erschwerten Bedingungen unter denn wir uns im Winter bewegen müssen, die aber auch eine gewisse Herausforderung darstellen und deren erfolgreiche Bewältigung sogar Spaß machen kann.
Und dann kommt der Tag an dem man bei strahlendem Sonnenschein, bei klarer Luft, auf fest gefrorenen Waldboden seine Lieblingsstrecke völlig unbeschwert bewältigt und man lernt Cross-Skating als einen ganz besonderen Wintersport kennen.
Viel Spaß beim aktiven Überwintern sei es mit Skikes, Powerslides Nordic oder anderen offroad-Skates !
Frank Röder
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