Moderner Biathlon am 9. März in Groß-Gerau 11. März 2008
Biathlon für Jedermann, so spannend wie im Fernsehen
Es gibt Millionen von Biathlonfans auf der Welt, aber nur einige Tausend Aktive, die diesen Sport auch ausüben können. Doch die Entwicklung geht diesmal zum Glück nicht noch weiter in Richtung spezialisiertes Profitum sondern eindeutig zum leicht durchführbaren Breitensport hin.
Beim Modernen Biathlon werden die klassischen Sportgeräte Langlaufski und Kleinkalibergewehr durch die modernen Sportgeräte Cross-Skate und Lichtgewehr ersetzt. Das macht den Biathlon zur Ganzjahressportart und ihn gleichzeitig einem sehr breiten Publikum zugänglich.
So auch am 9. März in Groß-Gerau. Initiator Frank Röder von X-Skating lud den professionellen Biathlon-Trainer Cornelius Jorg aus Dortmund ein, der der Einladung in die hessische “Cross-Skating Hochburg” gern folgte.
Wie beabsichtigt fanden sich unter den Teilnehmern auch Einsteiger auf ihnen Skikes, die keinerlei Schießerfahrung hatten. Überrascht mussten die Anwesenden feststellen, dass die Veranstaltung zu einem Brennpunkt der sportlichen Erfahrungen wurde. Außer dem Biathlonfachmann und Skike-Trainer Cornelius Jorg, waren unter den 13 Teilnehmern immerhin weitere drei Skike-Trainer und vier der Teilnehmer hatten schon einmal einen Biathlon gemacht, wenn auch nur einen Probedurchlauf eine Woche zuvor.
Es stand also ein gut gemischtes Teilnehmerfeld am Start.
Bevor es losging wurde kurz die Strecke ausgewählt. Es standen in der Fasanerie Groß-Gerau acht verschieden lange Runden mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden zu Verfügung. Die Teilnehmer beschlossen, auf einer 1,4 km-Runde mit anspruchsvollem Bodenbelag zu fahren. Nur ein noch nicht so cross-erfahrener Teilnehmer dürfte individuell auf einer leichten 1,2 km-Runde fahren.
Danach erklärte Cornelius „Conni“ Jorg den Ablauf des Schießens, erklärte Haltung und die Hauptfehler. Die Licht-Biathlonanlage, die er auf dem Spielplatz eines angemieteten Kindergartengeländes (!) aufgebaut hatte, bestand aus vier Schießanlagen mit jeweils einer gut sichtbaren Visualisierung, welche die Treffer oder Fehlschüsse für die Zuschauer gut sichtbar darstellte. Viele Teilnehmer waren beeindruck, wie unproblematisch so eine Anlage aufgebaut werden kann. Sicherheitsmaßnahmen mussten ja keine eingehalten werden, da Lichtschießen, wegen des nicht vorhandenen Gefahrenpotenzials in keiner Weise durch Gesetzte oder Sicherheitsmaßnahmen eingeschränkt werden muss.
Die am weitersten angereisten Teilnehmerinnern waren Birgit und Suzy aus Berlin. Die erhöhten Frauenanteil auf gut 30 %. Da die Sportart nicht auf Skikes beschränkt ist, war auch ein Teilnehmer mit selbst gebauten Cross-Rollskiern am Start. Entgegenkommend für die anwesenden Sportler, war das niedrige Startgeld von 5 Euro, das eigentlich nur erhoben wurde um die Platzmiete und die geringen weiteren Kosten zu decken.
Nach einer Besichtungstour auf der Wettkampfrunde stellten sich die Biathletinnen und Biathleten zum Start auf. Gestartet wurde im Einzelstart mit zwei Minuten Abstand.
Der Initiator Frank Röder durfte als erster auf die Strecke. Unterwegs waren sich dann alle Teilnehmer einig, dass die Strecke unter Wettkampfbedingungen einen angemessenen Schwierigkeitsgrad hatte. Es war eine echte Cross-Skating-Strecke, die für Anfänger fast zu schwer gewesen wäre. Dazu kam ein böiger Wind aus Süden, der nicht nur das Schießen, sondern auch das letzte Drittel der Runde erschwerte.
Beinahe mit Höchstpuls kamen dann auch die Teilnehmern nach der ersten Runde zurück zum Kindergarten. Das erste Schießen wurde ganz stilecht im Liegen durchgeführt. Da zur Motivation für die Schießanfänger, das Ziel „groß“ gewählt wurde, konnten die meisten Teilnehmer über die Distanz von 8 Metern alle fünf 35 mm-Ziele treffen.
So angespornt ging es in die zweite Runde und fast jeder spürte, dass es eine Kunst ist beim Biathlon die richtige Renneinteilung zu finden. Der Wind wurde stärker und die Kräfte ließen bei vielen schon etwas nach. Es ist eine interessante Situation, der man dann ausgesetzt ist, gegen die Zeit, mit den Kräften Haus halten zu müssen und auch noch Geschick und höchste Konzentration beizubehalten. Das war auch das Stichwort und er gelang auffällig vielen Teilnehmern, die von Conni erklärten und gezeigten Grundlagen umzusetzen. Ein gutes Briefing ist eben durch nichts zu ersetzen und auch etwas erfahrenere Teilnehmer lobten Connis Profi-Tipps, die auch ihnen noch etwas brachten.
Aber auch beim zweiten Schießen gab es zwei mal ein „Nullergebnis“. Andere drehten nach dem Schießen eisern ihre Strafrunden, die sie sich eingehandelt hatten. Rund 70 Meter waren als Strafrunde ausreichend, da das Schießen mit 10 Schüssen auf 4,2 km eine recht hohe Gewichtung hatte.
Trotzdem erschien der Wettkampf sehr ausgewogen, eine Lauf- oder Schießstärke allein, hätte keinem Teilnehmer genutzt. Das Feed-back der Teilnehmer war durchgängig positiv und es kamen viele konstruktive und qualifizierte Vorschläge für künftige Veranstaltungen.
Nach diesem Rezept kann also künftig weitergekocht werden.
Als erfahrener Ansprechpartner steht Cornelius Jorg von www.biathlon24.de jederzeit gern zur Verfügung. Die fast ampelgroßen Visualisierungen der Biathlonziele können dort ebenfalls für Veranstaltungen ausgeliehen werden und sogar komplette Lichtbiathlons organisiert werden.
Wer in der Region Südhessen einmal ein Lichtgewehr ausprobieren möchte, hat am 12. April die Gelegenheit in Groß-Gerau in der Gernsheimer Straße 13. Dort wird zur Eröffnung der X-Skating Shops den Besuchern kostenlos eine „Lichtschießbude“ zur Verfügung stehen.
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