Häufige Fehler von Cross-Skating- und Skike-Anfängern -Teil 2- 1. September 2007
Diese Fortsetzung des ersten Teils mit sieben häufigen Anfängerfehlern ist weit davon entfernt ein „Kurs für Fortgeschrittene“ zu sein. Besonders schwierig ist Skiking und Cross-Skating zwar nicht, aber man darf es auf keinen Fall als kinderleicht bezeichnen. Einigen wir uns vielleicht auf die Formel: Mit den richtigen Grundlagen kann man zwar schnell loslegen, aber man lernt nie aus.
Die genannten Grundlagen aus dem ersten Teil behalten ihre Gültigkeit, auch wenn die Routiniers immer weniger daran denken müssen. Aber auch für erfahrene Skiker und Cross-Skater ist es eine sinnvolle Übung absolute Grundlagen immer wieder zu wiederholen. Übrigens gelten diese Grundlage auch für Nicht-Skikes, wie Powerslide Nordic Trainer oder Cross Racer (mit Ausnahme der Bremstechniken).
Kniebeugungswinkel
Wer sich bei der Fortbewegung auf Rollen fast immer an den verbreiteten Fehler „zu wenig Kniebeugung“ erinnert (Punkt 3 im ersten Teil), ist schon einen wichtigen Schritt weiter. Von diesem Fehler leiten sich viele andere Fehler ab. Zugegeben, eine stärkere Kniebeugung geht gehörig auf die Oberschenkel, aber dafür bleibt die „Tapete“ auch länger dort wo sie hingehört. Diese Grundregel haben übrigens fast alle Sportarten bei denen man Räder oder Kufen unter den Füßen hat gemeinsam.
Die Grundidee eine ständige minimale Beugung der Knie beim Skiken beizubehalten ist in allen ungewöhnlichen Situationen noch wichtiger denn je. Diese wären:
• Ermüdung – nach längerer Belastung besonders darauf konzentrieren nicht zu sehr in die Kniestreckung zu gehen.
• Unebenheiten – im Gelände, aber auch in der Stadt und auf rauem Asphalt ist etwas mehr Kniebeugung notwendig.
• Kurvenfahrten – da man das kurvenäußere Bein nicht verlängern kann, muss man das kurveninnere verkürzen um mit beiden Beinen sicheren Bodenkontakt zu behalten
• Bremsen – das häufig gesehene Bremsen mit durchgestreckten Knien kann sehr unsicher werden. Daher auch beim Bremsen die Knie etwas gebeugt lassen. Eine strenge Bremseneinstellung (d.h. die Bremse greift früher) sorgt als Nebenwirkung für einen besseren Stil, weil er die/den Skiker/in zur stärkeren Kniebeugung „erzieht“.
• Schwerer Boden – dazu kann man weichen, wie auch rauen Untergrund zählen. Die Kniebeugung verringert die Gefahr überraschend nach vorn zu fallen, wenn es plötzlich schwerer rollt.
Radlastverteilung
Beim schweren Boden kommt noch hinzu: Sobald man auf Untergrund gerät, der schwerer rollt, steigt die Vorderradbelastung. Dadurch rollt der Skike noch schwerer und es kommt zumindest zu einer ungewollten Bremsung (ohne die eingebaute Bremse) oder sogar zu einem Stolperer. Vorsorglich sollte man das Gewicht mehr auf das Hinterrad verlagern, wenn man vermutet, dass der Rollwiderstand plötzlich ansteigen könnte. Diese Vermutung stimmt nicht in allen Fällen, dann hat man sich eben getäuscht und wird automatisch daran erinnert warum Skiken so spannend und abwechslungsreich ist. Hier ist also etwas Intuition gefragt, aber man stellt selbst fest, dass diese mit wachsender Erfahrung besser funktionert.
Tiefe Räderführung
Ähnlich dem Skilanglauf ist eine bodennahe Führung der Sportgerätes wichtig für eine kontrollierte Technik. Vom Inlineskating übernommen wird gern das Anheben des Hinterrades und das Hängenlassen des Vorderrades. Beides sind grundsätzliche Stilfehler und während des Skatingschrittes auch auf glatten Untergrund häufig die Ursache für scheinbar grundlose Stürze. Also nach Beenden der Druckphase (also in der Luft) das Vorderrad immer höher als das Hinterrad halten.
Wir haben zwar beim Skiken recht handliche Räder mit einem ziemlich kurzen Radstand an den Füßen, doch es hilft sehr, sich vorzustellen, dass man beim Anheben und Aufsetzen Langaufskier bewegen muss. Die darf man nämlich nicht vorne hängen lassen, sonst geht’s schief…
Schmales Aufsetzen der Räder
Bei der Breite des Aufsetzens sollte man sich dagegen von der eben erwähnten Ski-Idee etwas lösen. Auch der Fortgeschrittene würde nämlich immer noch recht breitbeinig aufsetzen, wenn er versucht sich nicht auf die „Skienden“ zu treten. Skikes und die meisten Cross-Skates sind hinten aber viel kürzer und am man kann schmaler und damit komfortabler aufsetzen. Man kann beim schmaleren Aufsetzen das Gleichgewicht besser halten und besonders am Berg, wenn der Fußwinkel flacher (größer) wird, spart es Kraft, wenn man nicht gezwungen ist quasi „im Zickzack zu springen“.
Auf der Ebene stell man fest, dass man so viel weicher und gefühlvoller aufsetzen kann. Hier entfernt sich die Skike- und Cross-Skating-Technik etwas von der Skitechnik.
Stöcke nur zur Schubunterstützung einsetzen
Was in einfachen Worten bedeutet: Die Stockspitzen haben vor den Fersen nichts zu suchen. Einfach selbst einen deutlich hintenliegenden Stockeinsatz üben und man spürt die Kraftersparnis. Davon abgesehen – wer die Stocke nie vor die Skikes setzt, kann auch nicht darüber stolpern. Die Lebensdauer der Stöcke steigt dadurch natürlich enorm an.
Technik und Technik
Ein Begriff für zwei verschiedene Dinge. Und jetzt wird es verwirrend. Technik kann die Bewegungstechnik (Koordination, Stil…) sein. Technik kann aber auch die Technik eines Sportgerätes meinen, also Schrauben, Gelenke, Lager – Material im weiteren Sinne.
„Man sollte mit der Technik erreichen was die Technik nicht kann“
Das gilt in beide Richtungen, so dass sich beide Arten der Technik ergänzen können. Skikes haben eingebaute technische Bremsen, die das tun, was man fahrtechnisch kaum hinbekommt, nämlich kontrolliert und kräftig zu bremsen. Andererseits sollte man nicht versuchen am Sportgerät einzustellen, was man auch mit Koordination hinbekommen kann. Die X- und O-Beinverstellung kann in Grenzen Abweichungen ausgleichen. Gerade beim Einsteiger beobachtet man aber oft schon nach 30 Minuten ein extremes Einknicken, meist in Richtung X-Bein. Hier ist „Technik“ (die körpereigene) gefragt. Jedem leuchtet ein, dass nach 30 Minuten nicht die Beine „weich“ werden, man lässt nur mehr Abweichung zu. Gegen die Ermüdung kann man zunächst nicht viel tun. Hier heißt es Pausieren – Konzentrieren – Koordinieren, in dieser Reihenfolge. Mit besserer (Bewegungs-) Technik wird das Problem der technischen Ermüdung geringer. Hier hilft nur Üben, Üben und wieder Üben.
Viel Geduld und Spaß dabei!
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